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250 Jahre Personenüberfahrt

Stadt Wehlen – Pötzscha von 1771 bis 2021

Bild: W. Thomas/WehlenWehlstädlein 1880

Vor 250 Jahren, am 17. Juni 1771 erteilte die königliche Finanz­behörde Dresden die Genehmigung zur Personenüberfahrt zwischen dem Städtlein Wehlen und dem Dorf Pötz­schau (wie es damals noch hieß). Die Größe und Anzahl der Fährgefäße musste der Rat zu Pirna bestimmen.

Bild: W. Thomas/Wehlenunbedachter Kaffer 1903

Die Kommune Wehlen stellte mehrmals ei­nen Antrag auf eine Fährstelle, wurde jedoch immer wieder abgewiesen, mit dem Hinweis, »die Wehlner haben die Fähre in Pirna zu benutzen«. Anders war es jedoch bei den Burgherren von Wehlen, ihnen wurde bereits im Jahr 1464 die Erhebung des Elbzolles und »eine frihe vere obin und niden zu Pir­na« gestattet. Jedenfalls mussten die Wehlner nun ab 1771 jährlich 3 Taler an die Ratskämmerei Pirna und zwei Taler Zinsen ins Amt zahlen.

Bild: W. Thomas/WehlenFähre um 1910

Die Kommune Stadt Wehlen verpachtete fortan die Elbüberfahrt an den Meistbietenden. Der erste Pächter war Christian Hes­se, ein Sohn aus der bekannten Laube­gaster Fährdynastie Hesse. Nach Hes­se kamen überwiegend einheimische Fährpächter, außer Eichelbaum aus Dorf Wehlen.

Bild: W. Thomas/WehlenHochwasser am 16. April 1900

Die ersten »Fährgefäße« waren Gon­deln, die mit Hilfe von Staken oder Se­geln fortbewegt wurden. Wie im ers­ten Bild zu sehen, wurde noch im Jahr 1880 das Fortbewegungsmittel Segeln im Fährdienst eingesetzt.

Bild: W. Thomas/Wehlen
Erste Dampffähre von Fährmeister Lotze + Dittrich, Baujahr 1897

Die erste offizielle Überfahrtsstelle lag etwa 50 m oberhalb der jetzigen Anle­gestellen.
Am 18. August 1904 wurden die Anlegestellen an den jetzigen Ort verlegt. Bei dieser Gelegenheit wurde auch die Überfahrt mittels Fährprahm eingerichtet. Der damalige Fährmeis­ter Hähne hatte den Fährpram bereits 1902 angeschafft. Im Bild von 1903 liegt der Fährpram in Bild­mitte am Ufer. Es waren noch keine Anbindungen auf beiden Elbseiten vorhanden. Dieser Fährpram diente von 1904 bis 1920.

Bild: W. Thomas/WehlenZweite Dampffähre von Fährmeister Herold + Matthes, Baujahr 1925, hier zum 8o-jährigen Jubiläum

Danach wurde ein neuer Fährpram angeschafft. Dieser diente wiederrum bis 1968. Heute fun­giert der Pram als Sportbootanleger.
Auch im heutigen Ortsteil Zeichen gab es von 1828 bis 1995 eine Über­fahrt, jedoch mit einem völlig anderen geschichtlichen Hintergrund.
Bild: W. Thomas / Wehlen

Mit freundlicher Unterstützung von Herrn Wolfgang Thomas aus Wehlen, der die Aktion zum 250. Jubiläum der Fähre Wehlen ins Leben gerufen und Bilder sowie Text zur Verfügung gestellt hat.

Unter seiner Leitung wurde in diesem Jahr die Fährstelle Wehlen-Pötzscha geschmückt und mit einer Ausstellung historischer Bilder ausgestattet.